Erlebnisse vom Abenteuerlager 15.7.-21.7.06
Am Samstag den 15. Juli `06 trafen um 10.00 Uhr 20 erwartungsvolle
Kinder und Eltern ein. Beladen mit viel Gepäck und vielen
Erwartungen mussten sich die Kinder schon bald von den Eltern
verabschieden.
Zusammen mit den Lagerleitern Tala, Winona, Ishani, Sirri, Sinopa,
Tanzende Füchsin und Okitai machten sich die Kinder schwer
beladen auf zum Tipilager zum nahe gelegenen Wasserfall. Manch
eine versteckte Abschiedsträne wurde auf dem Weg vom Wind
getrocknet…
Im Lager angekommen galt es zuerst jedem Kind einen indianischen
Namen zu vergeben. Sie konnten sich selbst einen aussuchen, wem
keinen spontan in den Sinn kam, konnte einen kleinen Zettel ziehen.
So gab es Namen wie; wildes Pferd, Wapascha, Shania, weisse Feder,
Sihu, Tanzendes Blatt, Awanata und viele mehr. Damit sich die
Leiter und Kinder kennen lernen konnten gab es gleich ein Ballspiel
mit den neuen Namen.
Bald darauf galt es die Einteilung für die Tipis zu machen
und sich darin gemütlich einzurichten. Schnell waren die
Kinder in den 4 Tipis untergebracht und konnten einen feinen z`Mittag
aus Ishani`s Küche geniessen.
Nach dem Mittagessen machten wir uns gleich an die „Arbeit“.
Es galt aus dem mitgebrachten weissen T-Shirt`s ein schönes
Indianer-Shirt zu machen. Ihre Phantasie konnten die jungen Indianer
mittels Kartoffeldruck und Schere zum Fransen schneiden ausleben.
Wunderschöne gemusterte T-Shirt`s und Kopf- und Halsschmuck
entstanden an diesem Nachmittag.
Gegen Abend kühlten sich alle im Nass vom Wasserfall ab.
Leider gab es etwas wenig Wasser, so dass wir unseren Badespass
„Schlammpackung“ nannten. Glücklicherweise konnten
sich anschliessend alle mit einem Wasserschlauch abduschen, so
dass Dreck und Schlamm wieder aus den Badehosen ausgeschwemmt
wurden!
Nach dem Nachtessen (Büffelwürste und Lebensspiralen,
Dessert: Adleraugen) galt es ein schönes Lagerfeuer anzuzünden.
Dazu musste rasch Brennholz im Wald gesucht werden, dies gehörte
zu den Ämtli`s der kleinen Indianer. Gemeinsam wurde am hellen
Feuer gesungen, geklatscht und das Lagerlied gelernt.
Lagerlied:
Indianer läbend eifach
Läbend zähme mitanand
Was sie bruchend chunnt vor Erda
Läbend mitera Hand in Hand
Nähmend nur was sie au bruchend,
schützend d`Pflanza und au Tier.
Läbend mit dä Wält in Frieda
Und in Frieda mitanand.
Refrain:
So isch das Läbe
So isch das Läbe ir Natur
So isch das Läbe
So isch das Läbe mitanand….
Mir wend leba wie d’Indianer
Alles teila mitanand
D’Erda git üs was mir bruchend
Und mir schützend sie defür
Saarfall-Apache sind miar worde
Läbend z`äma ime Stamm
Mir sind Chinde vo de Erda
Und sind Fründe vonanand
Refrain
Mit dem Abendlied wurden die jungen und inzwischen auch müden
Indianern auf ihre erste Nacht im Tipizelt eingestimmt. Unsere
Lager- und auch Abendlied gehörten zum festen Teil unseres
Abendprogramms.
Am Sonntag vormittag stand das Abschliessen des T-Shirt malens
und dem Basteln von Kopf- bzw. Halsschmuck im Vordergrund. Nach
der Stärkung mit „Medizinpasta“ zum Mittagessen
war erst einmal eine Stunde „Siesta“ angesagt. Die
grosse Mittagshitze liess uns keine andere Wahl. Die Indianer
nutzen diese Zeit um in den Tipis zu spielen, zeichnen, sich auszustrecken
oder zu lesen. Im grossen Tipizelt konnten alle welche Lust hatten,
ein Indianermärchen oder indianische Geschichten über
die Kultur hören.
Eine spezielle Rolle im Lager spielten unsere Jungindianerinnen
„Tanzende Füchsin“ und „Okitai“.
Sie erklärten den Kindern, dass sie gerne in den Stamm der
erwachsenen Indianer aufgenommen werden wollten. Dazu mussten
sie aber verschiedene Aufgaben lösen. Sie baten die Kinder
um ihre Unterstützung und Mithilfe. So wurde Ihnen vom Stamm
der älteren Indianer für den Nachmittag die Aufgabe
für den Bau eines Flosses gestellt.
Mit Elan halfen die Kinder den Jungindianerinnen beim Bau des
Flosses. Bald war es zusammengebaut und wir konnten mit ihm auf
den See stechen. Was für ein Spass, Gelächter und Geschupse
auf dem Floss… Jene Indianer, welche eher etwas Wasserscheu
waren konnten sich gut am Wasserrand mit dem Bau von Wasserstauungen,
kleine Fische fangen und wieder aussetzen, und „bächle“
vergnügen.
Nach dem köstlichen Abendessen Succothash und grillierten
Blindschleichen bekamen wir Besuch von „Walking Bear“.
Er brachte seine Gitarre mit. Singen mit Gitarre Unterstützung
ging doch gleich viel besser… Nach dem Dessert „goldene
Kugeln“ war es Zeit unser Lager- und Abendlied zu singen.
Nach dem Frühstück mussten zuerst die Ämtlis erledigt
werden, d.h. Abwaschen, Holz fürs Lagerfeuer suchen, Lagerplatz
aufräumen. Da sich unsere Medizinfrau Siri unwohl fühlte
und im Lager ebenfalls der „Heimwehvirus“ Einzug gehalten
hatte, waren wir froh, dass uns „Walking Bear“ nochmals
besuchte. Er kennt sich aus mit den Heilkräutern aus. So
machten sich die jungen Indianer mit Okitai, Tanzender Füchsin
und Walking Bear auf die Suche von geeigneten Kräutern. Diese
wurden gefunden und getrocknet, als Gewürz in den Salat gegeben
und gegen den Heimwehvirus in den Tipis aufgehängt. Mit gefülltem
Magen (Tipiwürmer mit grünem Gras) legten wir uns für
die Siesta in die kühlen Tipis.
Der Nachmittag verging schnell mit Baden, Spielen und Trampolin
springen. Plötzlich jedoch, Okitai hat auf einem Rundgang
rund ums Lager Fremde Menschen gesichtet. Was die wohl in der
Umgebung unseres Stammes zu suchen haben? Was die wohl für
Absichten hegen…? So kommt es auch, dass der Stamm nach
dem Abendessen von Fremden „angegriffen“ werden. Schnell
malen sich die jungen Indianer mit Fingerfarben eine Kriegsbemalung
aufs Gesicht, holen den „Schatz“ des Stammes und wollen
ihn in Sicherheit bringen. Dabei werden sie allerdings von den
Fremden aufgehalten. Doch mit viel Geschick, Mut und Schnelligkeit
gelingt es den Indianer und ihrem Häuptling den Schatz fast
vollständig zu „retten“! Den feinen Dessert „farbiger
Squawkorb“ hatten wir uns anschliessend verdient. Abschluss
des Tages mit Singen am Lagerfeuer…
Am Dienstag war Reiten angesagt. Jeweils die Hälfte der
Kinder mit drei Pferden abwechslungsweise auf dem Schnitzelplatz
reiten. Die andere Hälfte machte einen kurzen Spaziergang.
Dabei holten sie Material, welches am Nachmittag zum Basteln gebraucht
wurde.
Gestärkt mit „Jagdbeute“ wurden die Kinder am
Nachmittag von …… ins Land der Träume geführt.
Besser gesagt ins Land der guten Träume. Okitai und auch
Tanzende Füchsin hatten sich am Morgen bei den Kindern über
Alpträume beklagt, so war es am Nachmittag schnell klar,
was wir zusammen basteln würden, einen Traumfänger natürlich.
Konzentriert und mit grossem Ernst gingen die jungen Indianer
an die Aufgabe. Wunderschöne Traumfänger entstanden
im Lauf des Nachmittags. Wir hängten sie am Abend über
den Schlafplatz jedes Kindes…
Mit Baden, spielen und singen schlossen wir glücklich und
müde diese Tag ab.
Am Mittwoch Morgen konnten sich die Kinder nochmals mit den Pferden
beschäftigen. So besuchten sie drei verschiedene „Posten“.
Das freie Pferd im Round Pen, gelingt es, dass das Pferd mir auch
ohne Seil nachläuft? Kann ich es auch ohne Seil in Bewegung
bringen? Wie kommuniziert ein Pferd?
Beim 2. Posten konnten sich die Kinder, unter der Anleitung von
Siri, im voltigieren üben. Ganz schöne Figuren gab es
da zu bestaunen, dies im Schritt und Trab.
Bei Winona versuchten die Indianer die Körperteile des Pferdes
zu benennen. Lernten, was ein Pferd pro Tag alles essen mag, was
ihnen an Futter gut tut und was eher nicht. Vor dem Mittagessen
(Hirschtopf) holten sich die Indianer aus dem Wald geeignetes
Holz, um am Nachmittag einen Pfeilbogen zu basteln.
Das Pfeilbogen basteln war eine gute Übung für das Handling
mit dem Sackmesser. Kleinere Schnittverletzungen gab es zwischendurch.
Glücklicherweise hatte Winona genügend Pflaster mit
„Snoopy und Tom und Jerry“ in der Apotheke, so dass
diese Wunden schnell heilten. Das Schlammbad vor dem Abendessen
und ein Besuch auf dem Bauernhof bei den Katzen, Hasen und Pferden
runden den Abend ab. Zum Dessert gab es „gebratene Pferdeäpfel“
und die zufriedenen Indianer legen sich müde in ihre Tipis.
Am Donnerstag morgen herrschte schon beim Frühstück
grosse Aufregung. Die Medizinfrau unseres Stammes war nicht auffindbar.
Sie war über Nacht verschwunden, die jungen Indianer konnten
sie weder in ihrem Tipi, noch in der Umgebung des Lagers auffinden.
Plötzlich sichtet der Stamm Rauchzeichen, was diese wohl
bedeuten mögen? Hat es mit der verschwundenen Medizinfrau
Siri zu tun???
Schnell waren die Ämtlis erledigt, die Kinder rüsten
sich mit guten Schuhen, Trinkflasche und Pfeilbogen aus. Denn
unser Häuptling Tala kennt die Rauchzeichen und weiss, dass
Siri in Gefahr ist. Nun macht sich der ganze Stamm auf die Suche
nach Siri. Die Rauchzeichen führen uns nach Vilters, dann
zum Kiesfang und anschliessend Richtung Wangs. Plötzlich
hören wir Hilferufe! Die Indianer finden Siri an einen Baum
gefesselt. Schnell wird sie losgebunden und nach ihren Erlebnissen
und Abenteuer befragt. Ein fremder Stamm hat Siri entführt
und an diesen Baum gefesselt. Glücklicherweise haben dies
die Maisfussindianer von weitem beobachtet und uns mit den Rauchzeichen
zu unserer Medizinfrau geführt. So gingen wir alle zusammen
auf einen Besuch bei den Maisfussindianern welche ihren Stamm
im Maislabyrinth haben… Den Nachmittag verbrachten mit Spiel
und Spass im Maislabyrinth.
Gegen Abend wurden die jungen Indianer von 10 Pferden überrascht.
Sie wurden mittels Fingerfarben mit indianischen Bemalungen verziert.
Gross war die Freude, dass sie den Heimweg nicht zu Fuss, sondern
hoch zu Pferd in Angriff nehmen durften. So ritten die Indianer
jeweils zu zweit und hatten ihren hellen Spass daran.
Im Tipilager angekommen erwartete uns Ishani mit einem Festmahl
(grillierte Bärentatze, Goldnuggets, Gluttomaten, Schlangenbrot).
Müde von den vielen Eindrücken sangen die jungen Indianer
am Lagerlied noch einige Lieder, bevor sie sich in ihre Schlafsäcke
verkrochen…
Freitag, der letzte Lagertag war angebrochen. Das hiess; zusammenpacken,
Kleider suchen, Lagerplatz aufräumen, … Dies nahm einige
Zeit in Anspruch, dass wir kurz vor dem Mittagessen fertig waren.
Zum letzten Mal für dieses Lager hiess es etwas Feines aus
Ishanis Küche geniessen (Büffelhörner). Nach dem
Mittagessen gingen wir alles zusammen in Wald an ein kühles
schattiges Plätzchen. Siri, tanzende Füchsin und Okitai
hatten für die jungen Indianer so genannte Krafttiere vorbereitet.
Jeder erhielt ein selbst gebasteltes Amulett mit seinem persönlichen
Krafttier. Kurz wurden die Indianer über die Stärken
ihres Tieres aufgeklärt.
Anschliessend stand die Aufnahme der Jungindianerinnen Okitai
und Tanzende Füchsin auf dem Programm. Sie hatten mit Hilfe
der Kinder ihre Aufgaben für die Aufnahme in den Stamm der
erwachsenen Indianer geschafft!
Nun war schon die Zeit des Abschiednehmens gekommen… Etwas
müde, aber aufgestellt und glücklich durften die Eltern
ihre Indianer in die Arme schliessen. Manch ein Wasserfall aus
Worten war kaum zu stoppen, wollten sie doch gleich alles auf
einmal erzählen…
Und so ging für Tala, Winona, Ishani, Siri, Tanzende Füchsin,
Okitai, Sinopa und all die jungen Indianer ein unvergessliches
Lager zu Ende….